Was im Dunkelfeld geschah – und danach

Was im Dunkelfeld geschah – und danach

Opfer des Dunkelfelds

Marcias Großer Umkehrer kam gerade noch zur rechten Zeit, denn nur wenige Menschen können in einem Dunkelfeld länger als drei Tage und drei Nächte überleben. Den meisten Kindern in der Burg ging es gut, als sie wieder aufwachten. Der Mehrzahl der Erwachsenen ging es weniger gut. Sie hatten einen Brummschädel, quälenden Durst und Schmerzen von Kopf bis Fuß. Viele glaubten, sie hätten am Abend zuvor ein allzu rauschendes Fest gefeiert, und konnten sich an nichts erinnern. Einige freilich wachten nach dem fürchterlichsten Fest, das in der Burg jemals gefeiert worden war, nie wieder auf.

Wer im Freien in die schwarzmagische Trance fiel, dem erging es am schlimmsten. Viele erlagen der Kälte, und da man auf offeneren Plätzen in der Burg Blutflecken fand, befürchtete man, dass der Dunkeldrache die Vermissten geholt hatte. Andere waren vom Dunkelfeld in einem denkbar ungünstigen Moment überrascht worden. Einer starb, weil er gerade auf eine Leiter kletterte, zwei kamen bei dem Versuch um, durch ein hohes Fenster zu flüchten, und fünf fielen in ein Feuer, das sie gerade schürten. Drei konnten nicht geweckt werden und wurden zur Entzauberung ins Krankenrevier des Zaubererturms eingeliefert.

Zwei Namen auf den Gedenktafeln, die an vielen Stellen in der Burg angebracht wurden, sind uns vertraut:

Bertie Bott. Gewöhnlicher Zauberer. Vermisst, vermutlich aufgefressen.

Una Brakket. Hauswirtschafterin. Erfroren in der Kurzen Schauergasse aufgefunden.

Maizie Smalls & Binkie

Maizie Smalls wurde im Haus ihrer Mutter gleich neben der Zaubererallee vom Dunkelfeld überrascht. Wie in jeder Längsten Nacht aßen sie gemeinsam zu Abend und wollten sich anschließend die festlich erleuchtete Burg ansehen, als plötzlich die Haustür aufflog und das Dunkelfeld eindrang. Sie kamen beide mit dem Leben davon, allerdings kränkelte Maizies Mutter danach längere Zeit.

Als Erstes nach dem Aufwachen rannte Maizie – nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihre Mutter noch lebte – in den Palast, um ihren Kater Binkie zu suchen. Binkie war wohlauf, aber schon nach kurzer Zeit merkte Maizie, dass mit dem Kater etwas nicht stimmte.

Wie alle Katzen war auch Binkie sehr anfällig für Dunkelkräfte. Wie Schwämme saugten die Katzenbewohner der Burg alle Dunkelfeldreste auf, die sich in den düsteren Ecken und verborgenen Winkeln eingenistet hatten, die ihresgleichen gerne aufsuchten. Binkie war keine Hauskatze mehr. Er fauchte, knurrte und kratzte, wenn Maizie ihn streicheln wollte. Er verweigerte das Futter, das ihm Maizie liebevoll hinstellte – Binkie wollte Blut: Vögel, junge Ratten, Mäuse. Und was Binkie wollte, das bekam er auch.

Fünf Tage nach dem Großen Umkehrer verließ der Kater zusammen Maizie den Palast, als diese sich zur Zaubererallee aufmachte, um die Fackeln zu entzünden. Maizie freute sich über seine plötzliche Anhänglichkeit, als er auf der Zufahrt hinter ihr herlief – doch es sollte das letzte Mal sein, dass sie ihn sah. Binkie trottete die Zaubererallee hinauf, huschte über die Zugbrücke, kurz bevor sie hochgezogen wurde, und verschwand im Wald, wo er sich der wachsenden Schar neuer Dunkelkatzen anschloss. Innerhalb von wenigen Wochen gab es – zu Stanleys großer Erleichterung – überhaupt keine Katzen mehr in der Burg.

Stanley und die Rättlein

Stanley und seine Rättlein verbrachten die restliche Zeit bis zur Auflösung des Dunkelfelds auf dem Außenpfad. Während Stanley sich über Jenna ärgerte, vergnügten sich Flo, Mo, Bo und Jo damit, auf dem Pfad auf und ab zu rennen und um die Wette Grimassen zu schneiden, wenn der Dunkeldrache brüllte. Gewonnen hatte, wer die lustigste Grimasse schnitt – und so lange hielt, wie das Brüllen andauerte.

Kaum war der schwarze Nebel verschwunden, machten sich Stanley und die Rättlein daran, das Rattenbüro zu putzen – genauer gesagt, Stanley putzte, während die Rättlein mit Besen fochten und anschließend mit ihren Freunden um die Ecken zogen. Stanley hatte nichts dagegen: Er war einfach nur froh, dass alles wieder seinen gewohnten Gang ging und seinen Rättlein nichts geschehen war.

Stanleys Befürchtungen, nicht genug Mitarbeiter für den Botenrattendienst zu finden, erwiesen sich bald als unbegründet. Als sich unter den Ratten herumsprach, dass die Burg jetzt katzenfreie Zone war, konnte er sich aus den Bewerbern die, wie er sich ausdrückte, »Qualifiziertesten« herauspicken. Der Botenrattendienst blühte wieder auf – und schaffte sich sogar neue Regenrohre an.

Ephaniah Grebe

Ephaniah Grebe, Konservator und Restaurator des Manuskriptoriums, hätte das Dunkelfeld um ein Haar nicht überlebt. Er schloss sich in seiner Räucherkammer ein, doch der schwarze Nebel sickerte herein und überwältigte ihn. Ephaniah war von zwei vorausgegangenen Begegnungen mit Dunkelkräften bereits geschwächt: Im Alter von vierzehn Jahren war er lebenslang in eine Ratte verhext worden, und in jüngeren Zeit hatte ihn ein Gespenst bewohnt.

Als der neue Obermagieschreiber den vermissten Konservator in der Räucherkammer fand, war dieser völlig entkräftet. Sein kleiner Rattenmund stand weit offen, und die Zunge hing ihm heraus. Beetle hielt ihn für tot, wurde aber eines Besseren belehrt, als Ephaniahs Rattenschwanz plötzlich zuckte. Ephaniah wurde zu Syrah und drei anderen Opfern des Dunkelfelds in die Entzauberungskammer gebracht.

Marcia hofft, durch ein gründliches Studium des Schwarzen Index einen Weg zu finden, wie sich der Prozess der Entzauberung beschleunigen ließe – die Entzauberungskammer ist etwas überbelegt.

Syrah Syara

Syrah überlebte, aber nur knapp. Die Entzauberungskammer war ein abgeschlossener Raum und hätte, wie eine Gefriertruhe bei Stromausfall, noch ein paar Stunden lang ihren Zweck erfüllen können, vorausgesetzt, niemand öffnete die Tür. Doch dazu wäre es um ein Haar gekommen. Ein Gespenst hatte soeben die erste Tür zum Vorraum aufgebrochen, als Marcia die letzten Worte des Großen Umkehrzaubers sprach. Sofort erstarkten die Zauberkräfte wieder, und das Gespenst wurde quer durch das Krankenrevier geschleudert und gegen die Wand geklatscht. Die diensthabende Zauberin musste es zusammenkratzen und mit einer Schubkarre hinausbefördern. Rose brauchte nicht zu helfen.

Noch am selben Tag kam Septimus Syrah besuchen, nachdem er von Marcia das Zeugnis für seine Schwarzkunstwoche erhalten hatte. Im Krankenrevier war man gerade dabei, die frisch eingelieferten Patienten auf die Entzauberungskammer vorzubereiten, und Septimus musste sich an Syrahs erstem neuen Zimmergenossen – einem Jungen, der noch nicht wieder aus der Trance aufgewacht war – vorbeizwängen. Er war überglücklich und erleichtert, dass seine Schwarzkunstwoche vorüber war und sein Leben wieder normal verlief. Als er Syrah erzählte, dass er wohlbehalten mit Alther zurückgekehrt war, schienen ganz kurz ihre Augenlider zu zucken. Gleich darauf wurde er von Rose und den anderen Zauberinnen, die einen weiteren Patienten brachten, zur Tür hinausbugsiert. Es machte ihm nichts aus. Die Welt war wieder in Ordnung. Mit federndem Gang verließ er das Krankenrevier und machte sich auf die Suche nach jemandem, der Lust auf eine Schneeballschlacht hatte.

Sophie Barley

Am Eröffnungstag des Händlermarkts hatte Sophie Barley gerade ihren Stand aufgebaut, als sie plötzlich von fünf äußerst merkwürdigen, schwarz gekleideten Kundinnen umringt wurde. Eine nahm sich einen hübschen Anhänger – ein geflügeltes Herz mit einem Seepferdchen daran –, hielt ihn Sophie vor die Augen und ließ ihn hin- und herschwingen ... hin und her ... hin und her. Das war das Letzte, woran sich Sophie erinnerte.

Sie erwachte, an Händen und Füßen gefesselt, auf dem Dachboden der Schicksalskiste, und dort schmachtete sie vor sich hin, während die Hexen ihren Stand übernahmen und wie Jäger darauf lauerten, dass die Prinzessin vorbeikam. Dorinda, die Sophie jeden Abend mit geschmorten Mäusen oder pochierten Kakerlaken fütterte, begann, ihre Gefangene zu mögen, und schlich sich regelmäßig davon, um mir ihr zu plaudern. Sophie hatte Dorinda gerade dazu überredet, ihr die Fesseln abzunehmen, als der schwarze Nebel in die Dachkammer eindrang. Im Unterschied zu den Hexen, die im Dunkelfeld förmlich aufblühten, fiel Sophie in schwarzmagische Trance. Sie überlebte, und als sie aufwachte, war die Schicksalskiste verlassen. Sie nutzte die Gelegenheit zur Flucht. Nach einem erfrischenden Bier der Marke Springo Spezial und einem großen Stück Gerstenkuchen in Sally Mullins Tee- und Bierstube, nahm Sophie die nächste Fähre nach Port. Sie schwor sich, nie wieder einen Fuß in die Burg zu setzen.

Jenna wusste nicht, was mit Sophie geschehen war, und machte sich Sorgen. Bei der ersten Gelegenheit fuhr sie nach Port und traf Sophie wohlbehalten in ihrem Laden neben dem Fischerkai an. Jenna kaufte für Sarah, die bald Geburtstag hatte, ein paar schöne Ohrringe – und für sich selbst einen Seepferdchenanhänger.

Marissa Lane

Marissa wurde zusammen mit Igor, Matt und Marcus in der Gruselgrotte vom Dunkelfeld überrascht. Sie zogen sich in Igors höchst geheime – und unerhört kleine – Sicherheitskammer zurück. Es war für sie alle eine schreckliche Zeit, aber sie bot Marissa Gelegenheit, über ihr Leben nachzudenken. Im Gespräch mit Igor erkannte sie, welch gefährlichen Weg sie mit dem Porter Hexenzirkel beschritt, und beschloss, sich sobald wie möglich von ihrem Hexenschwur entbinden zu lassen. Daraufhin bot ihr Igor eine Stelle in der Gruselgrotte an – sehr zur Freude von Matt und Marcus. Die beiden mochten Marissa wirklich sehr. Noch ahnte Igor nicht, wie viel Ärger er sich damit ins Haus holte ...

Die Akten der Jungarmee

Da Septimus mit seiner Familie bereits wieder vereint war, wurde ihm die Einsicht in die Akten der Jungarmee verwehrt. Doch Beetle sprang für ihn in die Bresche. Als Obermagieschreiber hatte er überall Zutritt, und so ging er ins Archiv der Jungarmee, das in einem kleinen Haus neben Terry Tarsais Schuhladen untergebracht war. Die meisten Akten waren der Öffentlichkeit zugänglich. Diejenigen aber, die Auskunft über Familienverhältnisse gaben, galten als vertraulich und durften nur von denen eingesehen werden, die noch nach Angehörigen fahndeten – oder von Leuten mit Beetles Sonderstatus.

Beetle ließ sich die Akte über Entbehrliche Jungsoldaten geben. Unter den gestrengen Blicken der Archivarin (in deren Augen er für den Posten des Obermagieschreibers viel zu jung war) blätterte Beetle bis zu der Seite, die mit Nummer 400 bis einschließlich 499 überschrieben war. Er fuhr mit dem Finger die Seite hinunter, bis er auf folgende drei Einträge stieß:

409 Mandy Marwick. Status: Zwangsrekrutiert. Verräterfamilie.
410 Marcus Marwick. Status: Zwangsrekrutiert. Verräterfamilie.
411 Matthew Marwick. Status: Zwangsrekrutiert. Verräterfamilie.
412 Merrin Meredith. Status: Findelkind. Von der Mutter verstoßen.

Die ersten drei Einträge bestätigten, was Beetle vermutet hatte. Wolfsjunge war tatsächlich ein Drilling. Beetle grinste. Dass er Mandy hieß, hatte er nicht erwartet.

Bestürzt war Beetle dagegen über den Eintrag zu der Nummer 412, die, wie er wusste, Septimus bei der Jungarmee getragen hatte. Sep war doch nicht Merrin Meredith, oder? Und dann fiel ihm wieder ein, was ihm Septimus an einem regnerischen Nachmittag in der Küche des Manuskriptoriums bei einem Becher Fruchtblubber erzählt hatte ...

»Ich habe es gesehen, Beetle. Tante Zelda hat in ihrem Ententeich gelesen, und wir konnten in bewegten Bildern sehen, was geschehen war. Es war richtig gruselig – und auch sehr traurig. Die Hebamme hat mich Sarah ... ich meine, Mom ... weggenommen, als ich erst ein paar Stunden alt war. Und dann hat sie zu ihr gesagt, ich wäre tot. Aber es war eine Verschwörung. DomDaniel wollte mich unbedingt als Lehrling haben, weil ich der siebte Sohn eines siebten Sohns bin. Die Hebamme brachte mich in die Kinderkrippe der Jungarmee, wo mich DomDaniels Kinderschwester abholen sollte. Die Schwester war nervös und in Eile und schnappte sich den erstbesten Säugling, den sie sah – den Sohn der Hebamme. Ich glaube, weil die Hebamme ihn gerade im Arm hielt, als die Schwester hereinkam. Die Hebamme schrie vor Verzweiflung und lief der Schwester nach, um ihr Baby wieder zurückzuholen. Doch die Wachen am Kasernentor ließen sie nicht durch.«

»Geschieht ihr ganz recht«, hatte Beetle damals gesagt, wie er sich noch erinnerte.

»Ja, mag sein. Aber was mit ihrem Kind geschah, war doch schrecklich. Natürlich hat die Hebamme jedem gesagt, dass ich nicht ihr Kind war, aber niemand wollte ihr zuhören. Nie wollte ihr jemand zuhören. Für die anderen war ich der Sohn der Hebamme, der von seiner Mutter ganz plötzlich verstoßen worden war. So kam es, dass ich zur Jungarmee eingezogen wurde. Ich vermute, dass ich in den Akten der Jungarmee unter dem Namen des Hebammensohns geführt werde, und das ist ein komisches Gefühl. Aber das ist noch nicht alles: Ich weiß inzwischen, dass ich der Hebamme später noch einmal begegnet bin – sie war die Wirtin dieser grässlichen Pension in Port, in die uns Jenna geschleppt hat. Tante Zelda hat es herausgefunden und mir erzählt.«

Beetle schloss die Akte und gab sie der Archivarin zurück, zusammen mit den weißen Baumwollhandschuhen, die er auf ihre Anweisung hin hatte anziehen müssen. Es stimmte also. Merrin Meredith war Schwester Merediths – Nursies – Sohn.

Auf dem Weg zurück ins Manuskriptorium dachte er noch einmal an die Ereignisse von vor etwas mehr als vierzehn Jahren. Wie nur wenige Augenblicke das Leben so vieler Menschen einschneidend verändern konnten! Als Marcia Merrin freigelassen hatte, hatte Beetle sie gefragt, ob sie das wirklich für klug halte, und sie hatte ihm geantwortet: »Jeder verdient eine Chance, mit seiner Mutter zusammen zu sein.« Damals hatte er es nicht verstanden. Er hatte seinen ganzen Mut zusammennehmen müssen, um ihr die Frage zu stellen, und war über ihre höfliche Antwort so überrascht gewesen, dass er nicht nachhaken wollte, was sie damit meinte. Jetzt verstand er es.

Snorri und Alfrun

Snorri und ihre Mutter Alfrun befanden sich in der Längsten Nacht auf See und entgingen so dem Dunkelfeld. Sie kamen erst am Morgen nach dem Großen Umkehrzauber zurück.

Im Jahr zuvor hatte Snorri ihr Händlerboot, das eigentlich ihrer Mutter gehörte, von Dieben zurückgeholt, die es vom Quarantänedock gestohlen hatten. Sie hatte die Alfrun zur Burg zurückgebracht und bei Jannit Maarten überholen lassen.

Das Leben bei den Heaps im Palast machte Snorri nicht mehr glücklich. Sie hatte Heimweh und stellte zu ihrer eigenen Überraschung fest, dass sie sich nach ihrer Mutter sehnte. Sie hatte das Gefühl, dass Nicko und sie genug Zeit miteinander verbracht hatten. Fünfhundert Jahre, so sagte sie zu ihm, sei für jeden lange genug. Es sei für sie an der Zeit, etwas Neues mit ihrem Leben anzufangen. Nicko hatte nicht geantwortet, und darüber hatte sie sich geärgert. Die Ankunft Alfrun Snorrelssens hatte ihr die Entscheidung abgenommen. Es wurde Zeit, wieder nach Hause zu fahren.

Und so stachen Snorri und ihre Mutter mit der Alfrun zu einer Probefahrt in See. Das Boot bewährte sich glänzend, also war es beschlossene Sache – sie würden in das Land der langen Nächte zurückkehren. Snorri fürchtete sich davor, es Nicko zu sagen. Sie glaubte nicht, dass er das verstehen würde, doch zu ihrer Überraschung hatte er Verständnis.

Snorri, Ullr und Alfrun fuhren am Tag nach dem Mittwinterfest los. Am Landungssteg des Palastes hatte sich eine kleine Gruppe eingefunden, um von ihnen Abschied zu nehmen, und als das Boot auf die Flussmitte hinaussteuerte, wo die Strömung stärker war, und Snorri den winkenden Nicko am Ufer stehen sah, hätte sie zu ihrer eigenen Überraschung am liebsten losgeheult. Sie winkte zurück, bis die Alfrun um den Rabenstein bog und Nicko nicht mehr zu sehen war, dann ging sie in die schöne Kirschholzkabine hinunter, die ihr Vater Olaf gebaut hatte. Und wie sie so in der Kabine saß und durch die Luke zu ihrer Mutter hinaufschaute, die an der Ruderpinne stand, durchströmte sie ein unerwartetes Glücksgefühl. Sie fuhr nach Hause! Alles würde gut werden. In diesem Augenblick sah sie den Geist Olaf Snorrelssens. Er saß auf der Bank gegenüber im Schatten und lächelte sie an.

»Papa?«, fragte sie leise.

Olaf nickte fröhlich. »Snorri«, antwortete er und lächelte. Sie waren wieder eine Familie.

Unterdessen stand Nicko auf dem Landungssteg und blickte der davonfahrenden Alfrun nach. Und als sie schließlich seinem Blick entschwand, war ihm, als sei ihm eine Last von den Schultern gefallen. Er war frei.

Das Zimmer hinter der großen roten Tür

Sarah und Silas zogen wieder in das Zimmer hinter der großen roten Tür. Sarah ging jeden Tag in den Palast, um Jenna zu besuchen, aber der Palast war jetzt Jennas Zuhause – nicht mehr das ihre. Das Zimmer hinter der großen roten Tür sah schon bald wieder so bewohnt aus wie früher, und manchmal konnte Sarah kaum glauben, dass sie es jemals verlassen hatten.

Donner überlebte das Dunkelfeld und wurde in einem Stall hinter einem kleinen Haus in der Schlangenhelling untergebracht. Sarah putzte das Zimmer so lange und gründlich, bis nichts mehr daran erinnerte, dass hier ein Pferd eine ganze Woche verbracht hatte. Bei nasskalter Witterung glaubte Sarah allerdings immer noch, Pferdemist zu riechen.

Ethel erholte sich von den Tagen im Dunkelfeld nie mehr ganz. Die Ente, die ohnehin schon einen schwierigen Start ins Leben gehabt hatte, wurde jetzt so nervös, dass sie Sarah nicht mehr aus den Augen lassen wollte. Sarah nähte für sie eine Ententasche mit zwei Löchern, durch die sie ihre Beine stecken konnte, und nahm sie überallhin mit. Silas mäkelte oft an dieser albernen Ententasche herum, aber Sarah und er waren viel zu glücklich darüber, wieder zu Hause zu sein, als dass sie sich wegen einer Ente in einer Tasche gestritten hätten.

Die Drachenspur

Drachenblut ist unauslöschlich, und das Blut, das aus Feuerspeis Kopfwunde tropfte, hinterließ eine Spur, die quer durch die Burg vom Südtor zum Zaubererturm führte. Manche Tropfen fielen auf Dächer, doch die meisten in die schmalen Gassen dazwischen. Die Drachenblutspur entlangzulaufen erfreute sich bald bei Kindern und Besuchern der Burg gleichermaßen großer Beliebtheit.

Feuerspei erholte sich von seiner Verletzung und wurde nun, da er ein vollwertiger, erwachsener Drache war, ein wenig ruhiger – aber nur ein wenig.

Schwarzkunstwoche: Resultate

Septimus hat seine Schwarzkunstwoche erfolgreich bestanden.

Für Interessierte sind im Folgenden Auszüge aus einem Schriftstück abgedruckt, das zerrissen in Marcias Papierkorb gefunden wurde. Daran schließt sich Septimus’ Zeugnis mit Marcias Kommentaren an.

Septimus Heap 06 - Darke
titlepage.xhtml
Septimus Heap 06 Darke 01_split_000.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_001.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_002.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_003.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_004.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_005.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_006.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_007.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_008.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_009.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_010.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_011.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_012.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_013.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_014.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_015.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_016.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_017.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_018.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_019.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_020.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_021.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_022.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_023.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_024.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_025.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_026.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_027.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_028.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_029.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_030.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_031.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_032.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_033.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_034.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_035.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_036.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_037.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_038.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_039.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_040.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_041.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_042.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_043.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_044.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_045.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_046.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_047.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_048.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_049.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_050.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_051.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_052.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_053.html
Septimus Heap 06 Darke 01_split_054.html